Meine Zeichenschule

Meine Zeichenschule

„Mit den Büchern eines Fernstudiums aus den frühen 1960er Jahren fing alles an.“ So beginnt der erste Absatz in meinem Menüpunkt VITA. Das war meine Zeichenschule, als ich als Kind in die Lehrbücher des Famous Artist Course (FAC) schaute und so die Zeichengeheimnisse amerikanischer Top-Illustratoren kennen lernte.

Der FAC war ein kompletter Lehrgang für Gebrauchsgrafik und Illustration. Er war in englischer Sprache verfasst und überwiegend in Schwarz-Weiß gedruckt. Eine Übersetzung wurde mitgeliefert. Bei den Studienbüchern handelte es sich um drei Ringordner mit insgesamt 24 Lektionen, aus denen man die Seiten einzeln entnehmen konnte. Dazu gab es Aufgaben, die der Student abzuarbeiten hatte und die Ergebnisse einschicken musste. Diese wurden von einem professionellen Künstler beurteilt, der dem Studenten Ratschläge gab.

Ins Leben gerufen wurde die Famous Artist School (FAS) 1948 in Westport, Connecticut, USA. Zu den ursprünglichen Kursen zählten Malerei, Illustration, Design und Zeichengeschichten (Cartoons). Die Gründer waren Mitglieder der Society of Illustrators, allen voran Albert Dorne und Norman Rockwell, der es auch in Deutschland zu einem gewissen Bekanntheitsgrad gebracht hat. In den USA gibt es sogar ein Norman-Rockwell-Museum. Weitere Mitglieder – allesamt Illustratoren der ersten Garde – waren:
• Austin Briggs
• Stevan Dohanos
• Robert Fawcett
• Peter Helck
• George Giusti
• Fred Ludekens
• Al Parker
• Ben Stahl
• Harold von Schmidt
• Jon Whitcomb

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Von den ersten Schritten …
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… bis zur hohen Schule

Der Famous Artist Course – die perfekte Zeichenschule

Diese Stars der Branche erklärten das Zeichnen von Grund auf. Zuerst die Materialien, dann die Grundlagen des Zeichnens an sich. Dazu kamen Perspektive und Bildaufbau. In späteren Lektionen wurden diese weiter vertieft bis hin zu komplexen Illustrationen für Zeitschriften- und Buchgestaltung, Plakate oder Werbung. Der wichtigste Teil für mich war das anatomische Zeichnen von Menschen und Tieren in allen mögliche Positionen und in der Bewegung. Weitere Themen waren unter anderem Modezeichnen oder Schriftgestaltung. Die Lektionen im einzelnen:

Erstes Ringbuch
Lektion 1: Zeichenmaterial und Zeichentechniken
Lektion 2: Form – Die Grundlage des Zeichnens
Lektion 3: Allgemeine Bildkomposition
Lektion 4: Die Grundformen des menschlichen Körpers
Lektion 5: Künstlerische Anatomie und der menschliche Körper in der Bewegung
Lektion 6: Das Zeichnen von Kopf und Händen
Lektion 7: Der Faltenwurf und das Bekleiden der Figur
Lektion 8: Figurenkomposition – Die Anordnung von Figuren im Bildraum

Zweites Ringbuch
Lektion 9: Verschiedenartige Gestaltung der Formen und Oberflächenstrukturen
Lektion 10: Perspektive für den Künstler
Lektion 11: Landschaften und Interieurs
Lektion 12: Das Zeichnen von Tieren
Lektion 13: Die menschliche Familie – Darstellung der verschiedenen Menschentypen
Lektion 14: Bildkomposition für Fortgeschrittene
Lektion 15: Strich- und Halbtonzeichnung für Fortgeschrittene
Lektion 16: Allgemeine Farblehre

Drittes Ringbuch
Lektion 17: Das Zeichnen und Schreiben von Schriften
Lektion 18: Werbegrafik I – Aufbau und Technik
Lektion 19: Werbegrafik II – Vereinfachung zum Symbol
Lektion 20: Werbegrafik III – Verschiedene Anwendungsgebiete
Lektion 21: Allgemeine Studioverfahren
Lektion 22: Reproduktions- und Drucktechniken
Lektion 23: Modezeichnen
Lektion 24: Fernsehen – Das Entwerfen von Werbefilmen

Das alles habe ich schon als Kind mitbekommen, bevor ich Grafikdesign studierte. Für junge Menschen, die noch ein Illustration-Studium vor sich haben oder einfach nur eine perfekte Zeichenschule suchen, kann ich diese Bücher nur empfehlen. Einzelne Exemplare des Famous Artist Course werden noch im Internet gehandelt. Es gibt sie aber auch auf dem Dokumentenportal Scribd. Allerdings können die in Sammlungen zusammengefassten Dokumente nur von angemeldeten Nutzern mit kostenpflichtigem Konto eingesehen werden.

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Zeichenschule – die Proportionen des Pferdes
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Zeichenschule – die Muskulatur Pferdes

Meine neuen Vorbilder

Auch wenn ich ab und an gerne mal in die alten Lehrbücher schaue, meine neuen Vorbilder sind die heutigen „American Impressionists“, Fine-Art-Künstler oder „Daily Painter“. Einer meiner großen heutigen Vorbilder ist die Alla-Prima-Legende Richard Schmid. Bei Hundeportraits und anderen Haustieren finde ich Steven Morrell sehr gut, Katzen malt Diane Hoeptner unübertroffen und Pferde Lindsey Bittner Graham.

Aber nicht alle meine Lieblingsmaler kommen aus den USA. Bei den Tiermalern war lange Rien Poortvliet mein Vorbild. Der Neuzugang unter meinen Favoriten ist Australier und heißt Colley Whisson. Er hat genau den lockeren Strich, den ich so anstrebe. Auch die Bilder des Engländers Julian Merrow-Smith gefallen mir sehr gut. Ebenfalls aus England kommt der Pferdemaler Shawn Faust.

Ich könnte noch ein dutzend weitere Künstler aufzählen, die ich hervorragend finde, aber es ist besser, nicht zu viele Vorbilder haben. Das könnte beim Finden des eigenen Stils hinderlich sein.

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