Meine Farbpalette

Meine Farbpalette

Als ich in den 1990er Jahren meine erste Farbalette mit Gouachefarben zusammenstellte, orientierte ich mich noch am Farbkreis von Johannes Itten und suchte Farben aus, die optisch etwa gleichabständig auf einem Farbkreis lagen. Ausgehend von den drei Grundfarben Gelb, Rot und Blau wählte ich noch die dazwischen liegenden Farbtöne Orange, Violett und Grün aus, die, so gut es ging, den Abbildungen in Ittens Buch „Die Kunst der Farbe“ entsprachen. Dazu kamen noch die eine oder andere Zusatzfarbe wie Siena gebrannt oder Hellgrün und natürlich Schwarz und Weiß. Das war eine gute Startpalette mit etwa einem Dutzend Farben.

Kunst der Farbe - Titel
Mein erstes Buch zum Thema Farbe.
Die Farbpalette von Wolfgang Boge
Der Farbkreis nach Johannes Itten.

CMYK

Danach versuchte ich eine Zeit lang, alle Töne wie in der Druckindustrie mit den vier Grundfarben CMYK zu ermischen. C steht für Cyan, M für Magenta, Y für Yellow und das K kommt nicht wie ich schon in drei(!) Fachbüchern gelesen habe von BlacK, sondern vom englischen Wort key, was die Tonwertverteilung auf der Grauskala meint. Dieser Tonwert wird allerdings mit der Beimischung von Schwarz (Black) erzeugt.

Dazu wikipedia:

Das „K“ in der Abkürzung CMYK stammt von der Verwendung einer „Schlüsselplatte“ (Key plate) im Druck. Dies ist die schwarz druckende Platte, […]. Es wurde das „K“ anstelle des Buchstabens „B“ („Black“) gewählt, um Verwechslungen mit der Farbe Blau (blue) vorzubeugen.
https://de.wikipedia.org/wiki/CMYK-Farbmodell

Diese Minipalette zuzüglich Weiß war eine gute Schule, aber für richtiges Malen kaum geeignet.

John Howard Sanden

2010 stieß ich beim Stöbern im Buchladen auf den amerikanischen Portraitmaler John Howard Sanden (JHS) und übernahm später seine Vorschläge zur Farbpalette (s. unten). Er hat neben zwölf Standardfarben noch ebenso viele, ursprünglich selbst gemischte, später nach seinem Rezept industriell hergestellte Farben, die er weltweit als „Pro Mix Colors“ vertreibt. Seine zwölf Standardfarben sind:
• Cadmium Yellow Light
• Yellow Ochre
• Cadmium Red Light
• Venetian Red
• Cadmium Orange
• Burnt Siena
• Burnt Umber
• Alizarin Crimson
• Chromium Oxide Green
• Viridian
• Cerulean Blue
• Ultramarine Blue
Dazu kommen „White“ und „Ivory Black“ sowie seine zehn Mischtöne.

Ich habe seine „Pro Mix Colors“ nie gekauft, wohl aber Farben diverser Hersteller, die in etwa diesen Farbtönen entsprachen. Die Farbauswahl gilt dabei sowohl für meine Acryl- als auch Ölfarbenpalette, wobei zu berücksichtigen ist, dass ein Viridian von Schmincke nicht unbedingt gleich dem Viridian von Sennelier ist und ein Viridian in Acryl nicht zwangsläufig dem Viridian in Öl entspricht, selbst wenn sie vom gleichen Hersteller stammen. Alles sind aber hochwertige Farben.
Von Sanden habe ich auch die Anordnung der Farben auf der Palette übernommen. Er beginnt rechts mit den hellen Farben wird nach links dunkler. Ganz rechts ist Weiß. Das macht er so, weil er als Rechtshänder die Palette links vor sich hat und die hellen Töne, vor allem Weiß, am häufigsten einsetzt. Die Staffelei steht halbrechts von ihm und die meistgenutzten Farben haben so den kürzesten Weg zur Leinwand.

Meine aktuelle Farbpalette

Das ist meine derzeitige Acryl-Palette (Schmincke PRIMAcryl), die Ölfarbenpalette (COBRA Artist) ist entsprechend:
• Titanweiß (≈ White)
• Kadmiumgelb hell (≈ Cadmium Yellow Light)
• Lichter Ocker (≈ Yellow Ochre)
• Kadmiumorange (≈ Cadmium Orange)
• Kadmiumrot hell (≈ Cadmium Red Light)
• Magenta* (kommt bei JHS offiziell nicht vor, ist aber unabdingbar für brillante Violetttöne)
• Krapp dunkel (≈ Alizarin Crimson)
• Eisenoxydrot (≈ Venetian Red)
• Siena gebrannt (≈ Burnt Siena)
• Umbra gebrannt natur (≈ Burnt Umber)
• Olivgrün (als Ersatz für Chromoxidgrün stumpf, da günstiger, aber ebenso gut [≈ Chromium Oxide Green])
• Chromoxidgrün feurig (≈ Viridian) oder Phtalogrün bläulich
• Coelinblau (≈ Cerulean Blue)
• Ultramarinblau (≈ Ultramarine Blue)
• Elfenbeinschwarz (≈ Ivory Black)

* Ebenso möglich – je nach Hersteller – zum Beispiel „Permanent Rose“.

Ergänzend verwende ich noch Grautöne sowie aus Neugier Farbtöne anderer Hersteller wie zum Beispiel „Fleischocker“ oder „Hautfarbe“ von Sennelier. In Zukunft werde ich aber mit einer reduzierten Palette arbeiten. Davon eventuell später mehr.

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