Tiger | Gouache | 15 x 20 cm

Tiger-Illustration

Diese Tiger-Illustration war meine erste Arbeit, nachdem ich mich 1998 entschieden hatte, nicht länger in der Werbung zu arbeiten. Statt dessen wäre ich gerne Illustrator geworden. Wie den Berner Sennenhund hätte ich auch dieses Bild den Hamburger Repräsentanten Die Illustratoren vorgestellt. Die Werbebranche habe ich tatsächlich verlassen, aber ich bin nicht Illustrator geworden, sondern Editorial-Designer in einem Verlag.

Diese Illustration habe ich noch vor dem Berner Sennenhund angefertigt. Ich tat mich mit dem Korrigieren der Farbtöne schwer, weil sich die bereits aufgetragene Farbe immer wieder mit dem neuen Farbton mischte und die Sache so für mich anfangs etwas unberechenbar war. Das zehrte and den Nerven und darüber habe ich auch in meinem Beitrag zum Berner Sennenhund geschrieben. Letztendlich führte diese Unzufriedenheit über das Mischen dazu, das ich mich später ganz von Gouache verabschiedete.

Für diese Tiger-Illustration habe ich über 30 Stunden gebraucht, den größten Teil davon mit Korrekturen. Ich habe viel gelernt und am Ende einer langen, anstrengenden Arbeitswoche ein Ergebnis in den Händen gehalten, das immer noch zu meinen besten Arbeiten zählt. Um es noch einmal hervorzuheben. Den Berner Sennenhund und den Tiger habe ich damals mit der Absicht gemalt, mir eine Eintrittskarte in die Welt der Illustratoren zu verschaffen. Das ist etwas komplett anderes, als die Auftragsarbeiten, die ich lieber in Acryl male, weil diese Farben beständiger sind. Acryl muss nicht durch eine Glasscheibe oder Firnis geschützt werden. Manche Künstler sind zwar der Meinung, dass man Acrylbilder ebenfalls schützen sollte, aber die meisten halten es wie ich für nicht notwendig.

Manchmal spiele ich mit dem Gedanken, die Gouache-Farben wieder ins Programm zu nehmen. Sie sind ungiftig und ich muss mir keine Gedanken machen, wo ich im Winter auf engstem Raum meine Bilder herstelle. Das ist bei Ölfarbe schon komplizierter. Als Kompromiss habe ich aber meine Acrylfarben.