Henry Kissinger | Bleistift | Vorlage: „Der Spiegel“ 1978

Bleistiftzeichnung von Henry Kissinger

Das ist eine Bleistiftzeichnung des früheren Außenministers der Vereinigten Staaten von Amerika. Es ist das erste öffentlich vorzeigbare Porträt meines Lebens überhaupt. Das Foto fand ich 1978 in der Zeitschrift Der Spiegel, die ich zu jener Zeit ab und an gekauft habe. Und da gute Vorlagen knapp waren, bediente ich mich, wie wohl jeder andere auch, bei den Zeitschriften. Sie lieferten die Bilder, mit denen ein junger kunstinteressierter Mensch geeignete Vorlagen zum Üben hatte. Das Gute an den damaligen Schwarz-Weiß-Fotos war, dass man sie für eine Bleistiftzeichnung nicht tonal von Farbe in Schwarz-Weiß übersetzen musste.
Wie man sieht, habe ich bei dieser Zeichnungen einige Stellen im Gesicht offen gelassen und  andere wiederum genauer gezeichnet. Mir gefällt das ganz gut, aber die späteren Zeichnungen waren realistischer. Hier kann man direkt den Einfluss von Norman Rockwell erkennen, der, wie schon öfters beschrieben, zu meinen großen Vorbildern zählt. Insbesondere dann, wenn ich von Bleistiftzeichnungen spreche. Im Laufe der Zeit sind noch viele andere Vorbilder hinzugekommen, von denen ich an anderer Stelle auch schon berichtet habe.

Der Bleistift war das Zeicheninstrument meiner Kindheit und Jugend. Er war billig und Papiervorlagen gab es zuhauf. Mit Farbe zu arbeiten blieb meist der Schule vorbehalten. Das war dann natürlich mit den klassischen Malkästen und den zwölf Wasserfarben. Zurück zum Papier. Als Kind bekam ich einen Stapel Zeichenpapier geschenkt, weil man in meinem Umfeld wusste, dass ich gerne zeichne. Was genau das für Papier war, kann ich nicht sagen, aber es hatte eine glatte und leicht kreidige Oberfläche. Auf diesem Papier konnte ich sehr detailliert arbeiten, wie man auch bei meinem Bleistiftportrait Herbert Werner sehen kann.

So haben mich Bleistiftzeichnungen eine frühen Teil meines Lebens begleitet. Das arbeiten mit Farbe kam erst später hinzu. Und das waren Pastellekreiden, die ich eine Zeit lang gut fand, bis ich merkte, das mir das doch nicht gefällt.